Es war das beste Wochenende für den Schweizer bisher. Fabio Scherer gewann am Sachsenring sein erstes Saisonrennen. Nachdem er schon tags zuvor Platz 2 im ersten Durchgang belegt hatte.

Fabio hatte vor dem vorletzten Rennwochenende bereits angekündigt, dass er die Saison noch mit dem einen oder anderen Highlight beenden möchte. Diese Prophezeiung setzt er schon am Freitag im Qualifying um.

Der von Stobag, Eterna und ATS unterstützte Pilot des US Racing Teams qualifizierte sich für die ersten beiden Durchgänge jeweils als Dritter. Und das obwohl die Quali-Session des Luzerners nicht ganz ohne Probleme verlief.

“Das Qualifying lief nicht perfekt für mich”, sagte Fabio. “Wir hatten ein kleines Problem mit dem Auto. Das konnten wir bis zum ersten Rennen lösen. Ich war ziemlich zuversichtlich, dass ich rausgehe und direkt eine gute Zeit hinlege.”

Im ersten Rennen am Samstag unterstrich Fabio seine gute Form und sicherte sich mit Platz 2 sein bis dato bestes Ergebnis in der ADAC Formel 4. Der insgesamt vierte Podestplatz der Saison schmeckte besonders gut, weil sich Fabio Position 2 mit einem sehenswerten Manöver in der letzten Kurve sicherte.

Am Sonntag toppte Fabio den großartigen Start ins Wochenende sogar. Aus der zweiten Reihe katapultierte er sich nach einem Superstart noch vor der ersten Kurve in Führung und überholte die aus der ersten Reihe losgebrausten Marcus Armstrong und Polesitter Julian Hanses.

18 Runden waren insgesamt zu absolvieren. Fabio ließ dabei nichts anbrennen. Er kontrollierte das Rennen an der Spitze und überquerte die Ziellinie hinter dem Safety-Car als Erster. Der erste Saisonsieg (der zweite insgesamt) war aber nicht alles. Fabio drehte im Rennen auch die schnellste Runde – fast eine halbe Sekunde schneller als die Konkurrenz.

“Mein Speed war unglaublich”, meinte Fabio hinterher. “Ich bin buchstäblich geflogen. Wenn du fast eine halbe Sekunde schneller bist als die Konkurrenz, ist das irgendwie schon verrückt. In Führung liegend habe ich eigentlich nichts Spezielles gemacht. Ich bin einfach mein Tempo gefahren. Es war ein großartiges Gefühl, die Sache da vorne so souverän zu kontrollieren. Das war immer mein Ziel in diesem Jahr. Und dafür habe ich hart gearbeitet. Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.”

Am Sonntagnachmittag startete Fabio zu seinem dritten Rennen. Diesmal reichte es nicht ganz aufs Podium. Obwohl Fabio innerhalb der ersten beiden Runden wieder zwei Positionen gut gemacht hatte. Und kurz darauf in Turn 1 erneut mit einem starken Manöver zwei Konkurrenten stehen ließ.

Doch dann kam das Safety-Car raus. Und Fabio musste sich mit Platz 5 zufrieden geben. Alles in allem war das Wochenende am Sachsenring das bisher beste seiner Karriere. Mit den Punkten vom Sonntag machte der 18-jährige Schweizer auch Boden in der Meisterschaft gut. Vor dem Finale in Hockenheim (22.-24. September) liegt er nun neu auf dem vierten Gesamtrang (bisher P6).

“Ohne das Safety-Car wäre der dritte Podestplatz an diesem Wochenende möglich gewesen. Ich machte enorm Boden gut. Und die, die ich überholt hatte, konnte ich locker abschütteln. Von Startplatz 9 auf P3 nach vorne – das wäre super gewesen. Aber P5 ist auch gut. Und für das dritte Rennen realistisch. 53 Punkte an einem Wochenende zu holen; das ist fantastisch. Und es zeigt mein Selbstvertrauen.”

“Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl. Wenn wir das auch in Hockenheim hinkriegen, dann sind weitere Punkte und Siege möglich. Ich werde einfach wieder mein Bestes geben und ruhig an die Sache herangehen. Mein Ziel ist es nun, Dritter in der Meisterschaft zu werden.”

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