Für Fabio Scherer war die dritte Station der ADAC Formel 4 eine wahre Herausforderung. Trotz Pech schaffte es der Luzerner auch am Red Bull Ring zwei Mal in die Punkteränge zu fahren. Ausserdem drehte er die schnellste Rennrunde des ganzen Wochenendes.

Im Qualifying am Samstag hatte der 17-Jährige Mühe, den Speed zu finden. Mit der Startposition 13 für das erste und 10 für das zweite Rennen war Fabio dementsprechend auch nicht zufrieden.

Seine Miene hellte sich dann am Samstag im ersten Rennen auch nicht auf. Schon nach drei Kurven war sein Rennen zu Ende. “Es war eine ziemlich heftige Kollision,” sagte Fabio. “Ich war innen und da schoss einer wie eine Rakete daher und räumte mich ab. Ich stand mitten auf der Strecke und dann fuhren da noch drei weitere Fahrzeuge in mich hinein. Das Auto war mehr oder weniger komplett zerstört.”

Die Enttäuschung war Fabio danach ins Gesicht geschrieben. Und sein Team US Racing musste eine Nachtschicht einlegen, um das havarierte Auto für die beiden Rennen am Sonntag wieder flott zu kriegen. “Die Mechaniker hatten alle Hände voll zu tun, den Wagen wieder instand zu setzen. Aber sie haben einen unglaublichen Job geleistet, und ich konnte am Sonntagmorgen meine Arbeit wieder aufnehmen, als sei nichts passiert.”

Das erste Rennen am Sonntagmorgen nutzte Fabio, um die Enttäuschung vom Vortag vergessen zu machen. Von Startplatz ins Rennen gegangen beendete er dieses nach 18 Runden als Neunter.

Die zwei gewonnen Punkte taten Fabio gut. Doch damit nicht genug: Die 1:30,109 min, die er fuhr, war nicht nur die schnellste Runde im zweiten Durchgang, sie war am Ende auch die schnellste Runde, die an diesem Wochenende auf dem Red Bull Ring gefahren wurde.

“Der Speed im zweiten Rennen war recht gut,” meinte der von STOBAG, Eterna und ATS unterstützte Fahrer aus dem Team US Racing. “Aber es war schwierig, näher an den Vordermann heranzufahren. Je näher ich kam, desto unruhiger wurde das Auto. So gesehen muss ich mit dem neunten Platz zufrieden sein.”

Das Ergebnis vom dritten Rennen unterstrich dann eindeutig das Talent, das in Fabio steckt. Weil die Startposition anhand des Rennergebnis aus dem ersten Lauf ermittelt wird, stand Fabio lediglich auf Startplatz 23. Von dort kämpfte er sich bis auf Rang 10 vor. Und sicherte sich so einen weiteren Meisterschaftspunkt.

Wie schon am Lausitzring war Fabio also auch an diesem Wochenende unverschuldet in eine Kollision verwickelt. Die Ereignisse am Red Bull Ring fasste er deshalb wie folgt zusammen: “Wenn du im ersten Lauf ausscheidest, schwinden deine Chancen auf ein gutes Ergebnis auch im dritten Durchgang. Ganz einfach weil du dann von sehr weit hinten starten musst. Das ist mir ohne mein Verschulden nun zum zweiten Mal hintereinander passiert. Und das ist sehr frustrierend.”

“Ich glaube, im Moment ist das Glück nicht auf unsere Seite. Ich hoffe, dass sich das bald ändert. Was mich freut ist unser Speed und das Potenzial. Das Problem ist wirklich nicht unsere Pace. Die ist da. Aber wir bräuchten einfach etwas Rennglück, um an der Spitze mitzumischen und um die Ergebnisse einzufahren, die unserem Potenzial entsprechen. So wie uns das am ersten Rennwochenende gelungen ist.”

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