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Fabio Scherer hat am Lausitzring seine mentale Stärke unter Beweis gestellt. Nachdem er im ersten Rennen zur ADAC Formel 4 am Samstag von einem Konkurrenten umgedreht wurde, bot er in den Durchgängen 2 und 3 eine starke Leistung.

Im Vorfeld der Rennen hatte Fabio angekündigt, dass er auf dem Lausitzring das Bestmögliche herausholen möchte. Schliesslich war es die Rennstrecke, auf der er 2016 seinen ersten Sieg in der ADAC Formel 4 herausgefahren hatte. Und Fabio startete mit einem guten Qualifying ins Wochenende.

Fabios schnellste Zeit auf der 3,44 Kilometer langen Strecke reichte für Startplatz 3 im ersten Durchgang am Samstag. Seine zweitschnellste Zeit, die massgebend für die Startaufstellung im zweiten Lauf ist, war sogar gut genug für P2.

Der junge Schweizer war mit seinem Speed sehr zufrieden. Die gute Startposition liess in auf einen Podestplatz hoffen. Doch in der zweiten Runde drehte ihn ein Konkurrent in Kurve 1 unsanft um. Fabio musste das Rennen mit einer kaputten Hinterradaufhängung an seinem US-Racing-Wagen aufgeben.

“Das war natürlich ein sehr enttäuschender Auftakt,” meinte Fabio nach Lauf 1. “Mein Speed im Qualifying war gut, und ich hatte damit gerechnet, dass ich um die Spitzenposition kämpfen könnte. Dass mich einer einfach so abschiesst, war nicht Teil des Plans. Als ich Turn 1 angebremst habe, habe ich in den Rückspiegel geschaut. Aber da war nichts zu sehen. Der Fahrer dieses Autos war eindeutig zu schnell und viel zu spät auf der Bremse. Ich konnte nichts machen. Beim Aufprall ist die Radaufhängung kaputt gegangen.”

Der Verursacher der Kollision wurde für das zweite Rennen um zehn Startplätze zurückversetzt. Fabio indessen versuchte die Enttäuschung zu verarbeiten und konzentrierte sich auf Durchgang 2.

Als die Lichter für das zweite Rennen ausgingen, war der von Stobag unterstützte Luzerner voll motiviert. Leider verlor er nach einer kurzen Safety-Car-Phase, die nach einer Kollision im hinteren Feld ausgerufen wurde, zwei Positionen beim Restart, weil er den zweiten Gang nicht einlegen konnte. Doch Fabio kämpfte sich zurück und sicherte sich Rang 4 – nur 0,04 Sekunden fehlten ihm für einen Platz auf dem Podest.

Fabio drehte ausserdem die zweitschnellste Runde. Womit er unter Beweis stellte, dass er zu den schnellsten Fahrern der diesjährigen F4-Meisterschaft zählt. Das gute Ergebnis war die richtige Reaktion auf das frühe Aus im ersten Rennen. Und bescherte Fabio zwölf weitere Punkte in der Meisterschaftswertung.

Im dritten Rennen am Sonntag stellte Fabio sein immenses Talent und sein unbändiger Wille gleich nochmals unter Beweis. Weil er im ersten Durchgang ausfiel, musste er das Rennen – so schreibt es das Reglement vor – aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen. Das hielt ihn aber nicht davon ab, von Startplatz 24 auf einen guten 13. Rang vorzufahren.

Auch wenn Fabio am Sonntag keine weiteren Punkte mehr sammelte, bewies er Charakterstärke. Unterm Strich überwog für ihn das Positive an diesem Rennwochenende.

“Was da im ersten Rennen passiert ist, war enttäuschend und unglücklich zugleich. Aber ich bin ziemlich zufrieden mit dem Ausgang des zweiten Rennens und der Tatsache, dass ich im dritten Durchgang doch noch so weit nach vorne gekommen bin. Der Speed an diesem Wochenende war sehr gut. Wir haben in jeder Trainingssitzung und in jedem Rennen zu den Schnellsten gezählt. Es war verrückt, wie schnell wir als Team waren. Das hat uns alle natürlich gefreut.”

“Von den Ergebnissen her bin ich etwas enttäuscht. Da wäre mehr möglich gewesen. Ich weiss auch, dass es ein paar Dinge gibt, die ich noch besser machen kann. Und ich hoffe natürlich, dass wir bei den nächsten Rennen am Red Bull Ring die Ergebnisse einfahren können, die wir mit unserem Speed auch verdient haben.”

Das nächste Rennwochende der ADAC Formel 4 findet vom 9. bis 11. Juni auf dem Red Bull Ring in Österreich statt.

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